Leseförderung durch Lesetheater – Lesecafé „book & art“
Beim Lesetheater steht das gesprochene Wort im Mittelpunkt. Die Kinder lesen mit verteilten Rollen direkt aus den Skripten. Aufwendige Kostüme oder Bühnenbilder sind nicht nötig. Allein durch Mimik, Gestik und gezielte Stimmdynamik erwachen die Figuren zum Leben.
Das steigert die Lesekompetenz und stärkt das Selbstvertrauen der Kinder spürbar.
Der Einladung, beim Lesetheater mitzumachen, kamen zahlreiche Kinder aus den 1. und 2. Klassen nach.
1. Moderne Märchen – Rotkäppchen und die Cybersicherheit
Der Startschuss fiel in der gemütlichen Atmosphäre der Bücherei.
Die Kinder zeigten humorvoll, wie altbekannte Figuren in unserer heutigen, digitalen Welt klarkommen:
Der Wolf wird zum verführerischen Influencer, Rotkäppchen zum handysüchtigen
It-Girl, das ohne GPS im Wald hilflos ist, und die betagte Großmutter überlistet den Wolf durch ihr ausgeprägtes Computerwissen.
2. In the wood: Waldtiere in der Gruppenchat-Krise
Der Wald rund um die Pestkapelle war die perfekte Kulisse für das zweite Lesetheater.
Bei schweißtreibenden Temperaturen schlüpften die Schüler:innen in die Rollen verschiedener Waldtiere, zeigten sowohl stimmlich als auch mit Gesten und Mimik die Charakteristik des dargestellten Tieres.
Die Verwendung von Jugendsprache war bei dieser Aufführung weit mehr als nur ein humorvoller Gag. Sie wurde von den Schülerinnen und Schülern als bewusstes literarisches Stilmittel eingesetzt, um Brücken zu bauen und Kontraste zu verschärfen.
Die Lesetheater haben eines eindrucksvoll bewiesen:
Lesen ist im 21. Jahrhundert alles andere als langweilig, verstaubt oder fad. In einer Zeit, die von schnellen Social-Media-Clips, Smartphones und permanentem digitalem Konsum geprägt ist, zeigten die Schüler:innen, welche enorme Kraft in der geschriebenen und live gesprochenen Sprache steckt.
Auf WIEDER-LESEN im Lesecafé im Herbst!
(Marion Pöll)